Dienstag, 15. Januar 2013

Six Sigma für Software - kaum Relevanz

Sig Sigma für Software war in den Jahren 2005-2008 ein Trend, der inzwischen jedoch stark abgeflaut ist. Auf Tagungen zur Softwareentwicklung und auch in Fachzeitschriften ist davon fast nichts mehr zu hören oder zu lesen. Im besagten Zeitraum wurden von verschiedenen Anbietern (u.a. vom ASQF) Seminare dazu angeboten. Und auch in der Presse (Computerwoche und Computerzeitung) gab es Artikelserien.

Was ist Six Sigma für Software?
Six Sigma ist eine Methode zur Verbesserung von Prozessen (Six Sigma bei Wikipedia). Vor allem in der Industrie, mit teilweise komplizierten Fertigungsprozessen, wurde Six Sigma erfolgreich eingesetzt, um bessere Ergebnisse zu erzielen . Ein wesentlicher Bestandteil von Six Sigma sind statistische Methoden zur Analyse bestehender Prozesse oder von Kundenwünschen.
Für die Software-Entwicklung hatte vor allem Dr. Thomas Fehlmann Methoden aus Six Sigma aufgegriffen und diese zu einem "Paket" für die Software-Entwicklung zusammengestellt. Er hat ein Buch darüber geschrieben und bietet auch Dienstleistungen auf diesem Gebiet (euro project office) an.

Warum ist Six Sigma in der Software-Entwicklung kein großer Trend mehr? Was hat eine Marktdurchdringung verhindert?
  • Six Sigma für Software ist kein echtes Vorgehensmodell, wie das V-Modell XT oder agile Modelle (z. B. Scrum), sondern eher ein Bausteinkasten.
    Damit eignet es sich nicht, um einen kompletten Entwicklungsprozess danach auszurichten.
  • Six Sigma für Software eignet sich auch nicht als Modell für ein Audit, weil Teile fehlen, welche die ganzheitlichen Modelle wie CMMI oder SPICE enthalten.
    Dazu war Six Sigma auch ursprünglich nicht gedacht.
  • Es gab kaum Unternehmen in der Software-Branche, die dieses Thema aufgegriffen haben, um es dann intensiv voranzutreiben. So ist auch keine Erweiterung oder Vervollständigung zu einem Gesamt-Modell entstanden.
Nichts desto trotz lohnt es sich, die Tools einmal anzusehen. Es gibt verschiedene Six Sigma Tools für die Kundenorientierung, die Prozessorientierung und die Nutzung von Metriken. Alle können auch im Software-Entwicklungsprozess eingesetzt werden.

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